Unwettereinsätze: Kantonale Solidarität im Bevölkerungsschutz spielt; über 30’000 Diensttage

Der Bevölkerungsschutz als Verbundsystem ist auch einer grossflächigen Katastrophe gewachsen. Eine Bilanz zweieinhalb Wochen nach der Hochwasserkatastrophe zeigt, dass die Solidarität zwischen den Kantonen spielt. Die Armee ihrerseits leistet weiterhin Einsätze in den von der Katastrophe betroffenen Kantonen. Über 2’700 Armeeangehörige haben bisher rund 30’000 Diensttage geleistet. Die Helikopter der Luftwaffe transportierten über 9’400 Personen und über 330 Tonnen Material. Die Luftbrücke von und nach Engelberg ist am 7. September mit der Eröffnung einer Notstrasse beendet worden.

Beim Bevölkerungsschutz geht es in erster Linie um die Zusammenarbeit der fünf Partnerorganisationen, die im Katastrophenfall unter einer gemeinsamen Führung (Krisenstab) zum Einsatz gelangen: Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, technische Betriebe und Zivilschutz. Bei grossflächigen Katastrophen, wie sie die Schweiz vor zweieinhalb Wochen erfahren hat, muss aber darüber hinaus auch die Hilfe unter den Kantonen funktionieren.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) zieht eine positive Zwischenbilanz: Die betroffenen Kantone konnten bei der Bewältigung der Schadenereignisse nicht nur auf ihre eigenen verfügbaren Mittel zurückgreifen, sondern auch auf die rasche Unterstützung aus anderen Kantonen zählen. Aus den Kantonen Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Tessin, Wallis und Zürich waren oder sind gegenwärtig Mittel im Einsatz.

Instandstellung mit Unterstützung aus allen Landesteilen

Nach der Phase der Soforthilfe ist bereits die Phase der Instandstellungangelaufen, welche noch viele Monate in Anspruch nehmen wird. Zum Einsatz kommen jetzt vor allem Einheiten des Zivilschutzes. Bei der vom BABS zur Verfügung gestellten interkantonalen Koordinationsplattform liegen zur Zeit konkrete Hilfeangebote aus den Kantonen Aargau, Genf, Neuenburg, Schaffhausen, Solothurn und Zürich für die Monate September und vor allem Oktober und November vor. Weitere Kantone wie Appenzell-Innerhoden, Thurgau, Tessin, Waadt und Wallis halten sich für Anfragen bereit. In den Kantonen Freiburg, Jura und Waadt finden noch entsprechende Abklärungen statt.
Die konkreten Absprachen zu den Unterstützungseinsätzen erfolgen direkt zwischen den beteiligten Kantonen. Es ist davon auszugehen, dass nach einer entsprechenden Bedarfsplanung auch im kommenden Jahr Zivilschutzeinheiten aus verschiedenen Kantonen in den vom Unwetter betroffenen Gebieten zum Einsatz kommen werden.

Armee noch in sechs Kantonen im Einsatz

Die Armee leistet voraussichtlich noch bis Ende September Unwettereinsätze zu Gunsten der Kantone Bern, Obwalden, Nidwalden, Uri, Schwyz und Graubünden. In den Ostschweizer Kantonen sind die Einsätze beendet.
Die aktuellen Hauptarbeiten der Armee betreffen den Einbau von Brücken, die Räumung von Schwemmholz, Verkehrsleitungs- und Verkehrsführungsaufgaben, Überwachung abgesperrter Gebiete in Zusammenarbeit mit ziviler Polizei, Sicherstellen von Telefon- und Datenversorgungen in unterbrochene Gebiete, Ausbaggern von Bachbetten und Kiessammlern, Abtransport von Schutt und Schwemmholz, Räumung von Schlamm und Schuttmassen auf Strassen und in Gebäuden, diverse Räumungs- und Unterstützungsarbeiten sowie Lastentransporte der Luftwaffe.
In der Zeit vom 22. August bis zum 7. September waren teilweise über 2’700 Armeeangehörige im Einsatz. Sie leisteten in dieser Zeit über 30’000 Diensttage, wovon rund 14’000 auf die erste Phase der Katastrophenhilfe bis zum 30. August und rund 16’000 auf die noch laufende zweite Phase der Unterstützungseinsätze fallen. Gegenwärtig sind noch rund 1’600 Armeeangehörige im Einsatz, ab dem 14. September werden es noch rund 500 sein.

Transporte durch die Luftwaffe

In der Luft erbrachte die Schweizer Armee bisher folgende Leistungen: Über 180 Flugstunden mit Helikoptern des Typs Alouette III, über 240 Flugstunden mit Helikoptern des Typs Super Puma, Transporte von über 9’400 Personen und über 330 Tonnen Material und Lebensmitteln. Ein Grossteil dieser Leistungen entfallen auf die Luftbrücke von und nach Engelberg. Diese wurde vom 26. August bis 7. September betrieben. In diesen13 Einsatztagen hat die Luftwaffe mit Helikoptern des Typs Super Puma über 200 und des Typs Alouette III über 80 Flugstunden geflogen. Dabei wurden über 8’600 Personen und über 290 Tonnen Material transportiert. Im Durchschnitt wurden somit über 660 Personen und über 22 Tonnen Güter pro Tag transportiert.