Dragoner 1852

Dragoner 1852

Dragoner 1852Die Uniformvorschriften, die erstmals verbindlich für alle Kantone gelten sollten, veränderten vielerorten auch das Erscheinungsbild der Kavallerie. Wohl war der dunkelgrüne (Dragon vert) Stoff als Uniformtuch für Berittene zuvor in der Schweiz sehr verbreitet, doch wichen die Uniformen und auch Ausrüstungen von Kanton zu Kanton teilweise stark voneinander ab. Kantone wie Aargau , Bern, Basellandschaft oder Zürich hatten zwar schon Uniformen, die sich stark an das 1843 von der eidgenössischen Tagsatzung beschlossene Reglement hielten. Vor der Gründung des Bundesstaates 1848 fühlten sich jedoch die meisten Städte frei in der Wahl der Wehrmannsbekleidung und handelten dementsprechend.
Mit der Ordonnanz 1852 wurden auch bei der Reiterei Ausrüstung und Uniform detailliert festgelegt.
Der Zürcher Dragoner auf unserem Bild trägt den Raupenhelm mit einer Raupe aus schwarzem Bärenfell. Der schwarze Lederhelm ist mit Garnituren und Einfassungen aus Messing versehen, auf seiner Stirnseite prangt ein ovaler Schild mit dem eidgenössischen Kreuz. Beidseitig verstärkten Spangen den Helm, wobei unter der linken Spange die Kantonskokarde angebracht ist. Die Garnituren wie auch das mit Messingschuppen besetzte Sturmband bieten dem Kopf des Reiters Schutz vor gegnerischen Säbelhieben. Eine ähnliche Funktion erfüllen die Epauletten aus Metall.
Der dunkelgrüne Frack ist mit karmesinroten Vorstössen und Umschlägen versehen. Die Frackschösse weisen neben den aufgenähten falschen Taschen rote Umschläge auf. Als Kavallerieabzeichen erkennt man darauf den dunkelgrünen Stern, der ebenfalls auf dem Mantelsack am Sattel zu sehen ist. Die Hosen bestehen aus demselben Stoff wie der Frack und haben rote Vorstösse entlang der Seitennähte. Auf der Innenseite der Hosenbeine sind sie zusätzlich mit schwarzem Leder verstärkt, was die Beinkleider robuster für das Reiten macht.
Umgehängt trägt unser Dragoner die Giberne (Patronentasche für die mit Pistolen bewaffneten Reiter), die aus schwarzem Leder besteht. Am weissledernen Schulterriemen ist eine Kapseltasche fr die
Perkussionszündhütchen und, an einem Kettchen befestigt, die Räumnadel zur Pistolenreinigung angebracht.
Zu erkennen ist auch der dünne weisse Lederriemen, mit welchem der Ladestock, der in einer Schlaufe unter der Giberne hängt, als Vorsorge gegen das Verlieren im Ritt mit dem Schulterriemen verbunden ist. Dies Seitenwaffe ist hier der Säbel Ordonnanz 1852, der auch von anderen berittenen Mannschaften, etwa bei der Artillerie, geführt wurde. Die dunkelgrüne Uniformfarbe blieb den Dragonern bis zur Einführung des feldgrauen Uniformstoffes 1914/15 erhalten.

Roger Rebmann
Schweizer Soldat 1/2000

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Dragoner 1835