500 Jahre Schlacht bei Hard

Hard dürfte erstmals durch die am 20. Februar 1499 im so genannten Schwabenkrieg, dem Reichskrieg Maximilians des I. gegen die Eidgenossenschaft, geschlagene Schlacht über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden sein.
An jenem kalten und nebligen Wintertag tobte in den Gefilden südwestlich des Ortes der Kampf zwischen der vom Kaiser aufgebotenen 10’000 Mann starken Streitmacht des schwäbischen Bundes und den in beträchtlicher Minderzahl angreifenden Eidgenossen.

Schweizer Angriffsweise
Das Schlachtfeld war in der "Kiese", im unteren "Reutele" und in "Böschen". Hier hatte das kaiserliche Heer seine Söldnertruppen zusammengezogen und Vorhuten nach Höchst und Lustenau gelegt. Auf diese stiess nun am Morgen des 20. Februar die Vorausabteilung des rechts des Rheintals abwärts marschierenden Schweizerheeres und warf sie auf Hard zurück.
Die Schwaben, davon überrascht, hatten sich eiligst am damals weiter südlich befindlichen Unterlauf der Lauterach in Schlachtordnung aufgestellt und ihre Geschütze in Stellung gebracht. Allein ihre Führung liess sich durch ungeschickte und zögerliche Taktik vom Gegner, dessen Hauptmacht gegen Mittag auf dem Schlachtfeld eingetroffen war, das Gesetz des Handelns aufzwingen. Die Schweizer brachen mit einem schlagartigen Sturmangriff in die vorderen Reihen der Schwaben ein, liessen die Geschütze ab, indem sie sich jedesmal beim Abfeuern niederwarfen und dann wieder weiter stürmten, und schlugen die ersten Schlachtreihen in heillose Flucht, wodurch das ganze übrige Heer in Verwirrung geriet.

Grosse Verluste der Schwaben
Versuche der schwäbischen Hauptleute, einen geordneten Rückzug zu organisieren, misslangen. Fussvolk und Reiter suchten in wilder Flucht den gefürchteten Streitäxten der Schweizer zu entkommen, wobei Hunderte im Sumpf eines breiten und tiefen Grabens stecken blieben und niedergestampft wurden. Drei mit Fliehenden überladene Schiffe gingen unter, etliche hundert Schwaben versteckten sich am "Rohr", wo viele in der folgenden Nacht erfroren. Tausende rannten flüchtend gegen Bregenz, bis vor dessen Mauern sie verfolgt wurden.
Die Sieger aber lagerten noch drei Tage auf dem Schlachtfeld und im Dorf, ehe sie es Beute beladen verliessen und brandschatzend weiter nach Dornbirn und den Bregenzerwald zogen.
Die vielen gefallenen und ertrunkenen schwäbischen Soldaten wurden in einem Massengrab bei der Harder Kapelle begraben. Kaiser Karl V. befahl 1521, diesen Kriegerfriedhof gemäss dem Willen seines Ahnherrn Maximilian einzuweihen und sonst niemanden mehr dort zu bestatten.

Schlacht bei Hard
Aus der Festbroschüre "500 Jahre Schlacht bei Hard" (red)